Wer plant, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, geht am besten nicht unvorbereitet in die Besichtigung und sollte bei Verkaufsgespräch und Probefahrt besonders aufmerksam sein. Unsere Tipps verraten, worauf Sie achten müssen.

 

Wir sind sicher: Die meisten Autoverkäufer- und Händlerinnen sind vertrauenswürdig und wollen Sie nicht über den Tisch ziehen. Damit Sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens dennoch auf der sicheren Seite sind, haben wir einige Tipps für Sie: Woran erkennen Sie einen seriösen Verkäufer, wie sichern Sie sich ab und was sollten Sie bei Probefahrt und Besichtigung beachten?

 

Gebrauchtwagen beim Händler oder privat kaufen?

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen wollen, haben Sie zunächst die Wahl zwischen einem Händler oder einer Privatanbieterin. Wer vom Händler kauft, ist erst einmal besser abgesichert, denn hier muss mindestens eine zwölfmonatige Sachmängelhaftung vorliegen. Das heißt: Für Mängel am PKW, die im ersten Jahr aufkommen und schon beim Verkauf des Fahrzeugs vorlagen, haftet der Händler. Er ist es auch, der gegebenenfalls beweisen muss, dass diese Mängel vorher noch nicht da waren. Eine private Verkäuferin kann die Sachmängelhaftung hingegen vertraglich ausschließen und sich mit Vertragsklauseln wie „Gekauft wie gesehen“ absichern. Ein weiterer Vorteil für den Kauf beim Händler: Hier finden Sie in der Regel ein größeres Angebot und verschiedene Modelle zur Auswahl. Ein Trick, den Sie jedoch auf dem Schirm haben sollten: Ist an einem Wagen ein rotes Kennzeichen angebracht, der Kauf wird jedoch als privat deklariert, stimmt hier etwas nicht – denn rote Kennzeichen werden meist an Händler oder Werkstätten vergeben.

 

Seriöse Verkäufer: Transparente Kommunikation und gepflegte Papiere

Wenn Verkäuferin oder Händler Ihnen auf Nachfrage und bei der Besichtigung klar und ehrlich sagen, welche Mängel der Wagen hat und welche Schäden es in der Vergangenheit gegeben hat, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Auch die komplette Fahrzeugdokumentation sollte vorliegen. Das bedeutet: TÜV-Bericht, AU-Bescheinigung und gepflegtes Serviceheft. Wenn zusätzlich ein unabhängiges, technisches Gutachten vorliegt, stehen die Vorzeichen besonders gut. Ein seriöser Verkäufer oder Händler gibt Ihnen außerdem Zeit und drängt Sie nicht zu einer Entscheidung. Sie sollten sich also für die Besichtigung so viel Zeit nehmen dürfen wie Sie wollen und auch eine ausgiebige Probefahrt machen können.

 

Unseriöse Verkäufer: Ausweichende Antworten, auffällige Papiere

Nehmen Sie alle Papiere unter die Lupe. Wachsam sollten Sie werden, wenn im Fahrzeugbrief auffällig viele Vorbesitzer vermerkt sind. Achten Sie auch darauf, dass der Verkäufer tatsächlich Besitzer des Wagens ist. Sollten Sie auf Rückfragen nach Reparaturen, Unfallschäden & Co. nur schwammige oder unpräzise Antworten bekommen, haken Sie besser noch mal nach. Ausweichendes Verhalten kann ein Zeichen dafür sein, dass sich das Auto nicht in dem Topzustand befindet, der vermittelt werden soll.

 

Nicht vom Äußeren täuschen lassen

Der Wagen sieht picobello und frisch lackiert aus? Klingt erst mal gut, kann aber auch ein Indiz dafür sein, dass hier ein Blender vor Ihnen steht: Äußerlich top, innerlich eher ein Flop. Ob mit einem besonders positiven ersten Eindruck versucht wird, von Mängeln abzulenken, lässt sich über eine sorgfältige Bestandsaufnahme klären. Lassen Sie sich von einer astreinen Optik also nicht zu schnell in Sicherheit wiegen. Auch in Sachen Tachostand kann es zu Täuschungen kommen. Was der Tacho anzeigt muss nicht der tatsächlichen Laufleistung des Wagens entsprechen – insbesondere wenn der Gebrauchtwagen schon mehrere Vorbesitzer hatte.

 

So sichern Sie sich ab

Vorbereitende Recherche

Unterschiedliche Automodelle haben unterschiedliche Schwachpunkte. Am besten recherchieren Sie vorab, wo diese beim PKW, den Sie planen zu kaufen, liegen. Hilfreiche Quellen sind unter anderem der TÜV-Report oder der ADAC. Nehmen Sie diese möglichen Schwachpunkte beim Besichtigungstermin besonders unter die Lupe und sprechen Sie den Verkäufer auf diese an. Verschaffen Sie sich vorm Gebrauchtwagenkauf am besten einen generellen Überblick über Modelle, die für Sie in Frage kommen, und Kriterien, die Ihnen wichtig sind. So vermeiden Sie spontane Entscheidungen, die Sie später bereuen.

Vier-Augen-Prinzip und Expertenmeinung

Nicht jede*r hat das Expertenwissen, um Gebrauchtwagen fachkundig einzuschätzen. Eine Möglichkeit, um auf Nummer Sicher zu gehen, ist eine Gebrauchtwagenuntersuchung – zum Beispiel über den ADAC. Verkäuferinnen und Händler, die hier zustimmen, sammeln nicht nur Vertrauenspunkte, sondern helfen Ihnen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Haben Sie einen Kfz-Profi im Bekanntenkreis? Super, lassen Sie sich bei Besichtigung und Probefahrt begleiten. Auch wenn Sie keinen Kfz-Experten kennen, sollten Sie den Gebrauchtwagen nicht allein besichtigen: Vier Augen sehen immer mehr als zwei und eine zweite Person kann Sie davor bewahren, von fragwürdigen Verkäufern in die Enge getrieben zu werden.

Tadellose Papiere

Wie schon beschrieben: Ein seriöser Verkäufer hat auch alle wichtigen Papiere und eine lückenlose Dokumentation für Sie. Besonders sicher gehen Sie, wenn der letzte TÜV nicht allzu lange zurückliegt oder dieser sogar für den Verkauf vorgezogen wurde. Lassen Sie sich das letzte Prüfprotokoll und das Inspektions-Scheckheft zeigen.

Absprachen schriftlich bestätigen lassen

Wichtig: Alles, was mit Händler oder Verkäuferin mündlich besprochen wurde, sollten Sie anschließend schriftlich festhalten und bestätigen lassen. Der Händler will kein Autogramm unter seine Aussage setzen, dass der PKW unfallfrei ist oder noch repariert wird? Dann sollten Sie misstrauisch zu werden.

 

Probefahrt in Gebrauchtwagen
Testen Sie den Gebrauchtwagen während einer Probefahrt

Kein Gebrauchtwagenkauf ohne Probefahrt

Zunächst auf Beifahrersitz Platz nehmen

Bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben, machen Sie auf jeden Fall eine Probefahrt. Denn die verrät Ihnen, in welchem Zustand sich der Gebrauchtwagen befindet. Deswegen sollten Sie sich für die Probefahrt auch mindestens 30 Minuten Zeit nehmen. Unser Tipp: Fahren Sie bei Tageslicht, lassen Sie zunächst den/die Verkäufer*in ans Steuer und achten Sie darauf, dass das Radio – außer zum Funktionstest – aus bleibt. So können Sie Roll- und Fahrgeräusch besser hören und merken, wenn es ruckelig wird. Während Sie auf dem Beifahrersitz unterwegs sind, können Sie nicht nur ausgiebig Klimaanlage, Navi und Schiebedach testen, sondern auch erst einmal beobachten, ohne vom neuen Wagen abgelenkt zu sein: Beschleunigt der Wagen gut? Lassen sich die Gänge geschmeidig wechseln? Und wie komfortabel sitzt es sich? Steigen Sie auch aus, um zu checken, ob Scheinwerfer, Bremslichter & Co. einwandfrei funktionieren.

Setzen Sie sich ans Steuer

In einer ruhigen Gegend sollten Sie auf die Fahrerseite wechseln. Vorab muss geklärt sein, ob der PKW ausreichend versichert ist, denn Sie haften für Schäden, die bei einer Probefahrt entstehen. Um sich abzusichern, können Sie auch eine Probefahrtvereinbarung abschließen. Sobald Sie am Steuer sind, können Sie alles testen, was bisher noch nicht inspiziert werden konnte. Von Scheibenwischer über Rückwärtsgang bis Kupplung – probieren Sie aus, ob alles reibungslos funktioniert. Auch wenn es im Triebwerk rüttelt, sollten Sie das spätestens jetzt spüren. Auch wichtig: Die Bremswirkung checken und schauen, ob der Wagen beim Loslassen des Lenkrads „ausschlägt“ – das ist ein Hinweis auf eine verzogene Spur.

Den besten Preis rausholen

Sie sind überzeugt und der Gebrauchtwagen soll es werden? Glückwunsch, jetzt geht es an die Verhandlung des Preises. Unser Tipp: Bereiten Sie sich vor. Was ist Ihr Verhandlungsziel, welcher Preisrahmen ist für Sie in Ordnung und mit welchem Startangebot wollen Sie in die Preisverhandlung gehen? In der Regel ist ein vorab veranschlagter Festpreis variabel und bietet Sparpotenzial. Besonders, wenn Sie sich bei mehreren Anbietern umschauen, sind die meisten bereit, den Preis noch einmal zu senken.

Also, viel Erfolg beim Gebrauchtwagenkauf und gute Fahrt!

 

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Quellen

ADAC

ADAC Checkliste

PKW.de

autobild.de