Rad, Reifen, Felge – da blickt doch keiner durch? Doch, doch. Das geht. Anna bringt Licht ins Dunkel, damit Sie den Überblick behalten.

Reifenwechsel oder Räderwechsel – das ist der Unterschied

Die Wörter "Reifen" und "Felge" jeweils mit Miniaturbeispielen

Leider haben sich sogar auf vielen Werkstatt-Werbetafeln Fehler eingeschlichen. Zum Beispiel sieht man häufig die Reklame: „Reifenwechsel für 30 Euro“. Das ist an sich nicht richtig. Denn der Reifen ist das Gummi, was auf einer Felge sitzt. Reifen und Felge ergeben im Ganzen die Bezeichnung Rad. Richtig müsste es also heißen: Räderwechsel für 30 Euro. Das bedeutet, dass zum Beispiel Sommer- gegen Winterräder getauscht werden, oder andersherum. Das Tauschen eines Reifens bedeutet einen viel größeren Aufwand. Denn dazu muss das Gummi von der Felge getrennt werden.

Profiltiefe des Reifens – so wird gemessen

Playmobilemännchen das mit einem Messgerät die Profiltiefe eines Reifen misst

Hier misst unser unmotivierter Komparse die Profiltiefe eines Reifens falsch. Die Anzeige hängt schief und zeigt daher nur 0,2 Zentimeter an. Bei Sommerreifen sollte das Maß, gemessen an der schlechtesten Stelle, mindesten drei, bei Winterreifen mindestens vier Millimeter betragen – das empfiehlt auch der ADAC. Wer jedoch recht wenig fährt, ist mit Ganzjahresreifen gut unterwegs, denn diese müssen nicht getauscht werden. Es entfällt also das lästige Einlagern und der regelmäßige Wechsel.

Auf die Laufrichtung achten: Links, rechts oder egal?

Playmobilmännchen sitzt auf Autoreifen, das Wort "Rotation" ist eingekreist

Viele, aber nicht alle Reifen haben eine Laufrichtung. Diese steht auf dem Reifen und wird durch einen Pfeil und die Aufschrift „Rotation“ gekennzeichnet. Sind die Reifen, beziehungsweise Räder, falsch montiert, ist die ideale Wasserverdrängung nicht gegeben. Dazu kommen unterschiedliche Bremswerte. Das ist nicht gut. Wer Räder selbst tauscht, sollte penibel auf die Laufrichtung achten.

Welche Felgen sollen es sein: Edel, rustikal oder verblendet?

Zwei Autoreifen mit unterschiedlichen Felgen und einer einzelnen Felge auf dem Boden

Felgen unterscheiden sich in der Regel stark im Design. Schöne Rundlinge bestehen üblicherweise aus Alu, sind oft silber/schwarz und teurer in der Anschaffung. Da die schicke Alu-Felge sehr anfällig für Kratzer durch Streusalz ist, kommt sie eher im Sommer zum Einsatz. Die rustikale Stahlfelge muss dafür den „schmutzigen“ Winter durchhalten und wird gerne von einer Radkappe abgedeckt. Bei Ganzjahres-Bereifung sind Stahlfelgen besser als ihre schicken Pendants geeignet – vor allem, weil sie bei Beschädigungen einfacher zu reparieren und im Ganzen preiswerter sind.

Neue Reifen? Auf diese Daten müssen Sie achten

Ausschnitt des Autoreifens, auf dem die Größenangaben stehen

235/50 R19 V – das sind die interessanten Daten, wenn Reifen neu angeschafft werden. Die Reifenbreite in Millimeter (hier: 235 mm), das Verhältnis der Höhe zur Breite des Reifens in Prozent (hier: 50 mm), die Kennzeichnung der Bauart (hier: „R“ für Radialreifen), den Felgendurchmesser in Zoll (hier: 19 Zoll) sowie der Geschwindigkeitsindex (hier: V für max. 240 km/h). Da die Angebote für Reifen enorm individuell sein können, ist es nicht verwerflich sich unter den genannten Angaben auch online Angebote anzusehen. In der Regel montieren Werkstätten auch mitgebrachte Reifen.

Reifenwechsel: Diese Details werden gern vergessen

Playmobilmännchen sitzt im Rahmen eines Autoreifens

Wie bereits beschrieben, beinhaltet ein Radwechsel das Tauschen von kompletten Rädern. Bei einem Reifenwechsel muss das Gummi von der Felge runter und sollte nach dem Zusammenbau eine langfristige, nachhaltige Einheit bilden. Wichtig dabei ist auch das Tauschen der Ventile, da sie hohen Geschwindigkeiten und Witterungen ausgesetzt sind. Bei Fahrzeugen mit RDKS (Rad-Reifen-Kontroll-System), müssen auch diese geprüft und eventuell ausgetauscht werden. RDKS teilen dem Fahrer über den Bordcomputer mit, wenn einer oder mehrere Reifen zu wenig oder zu viel Druck haben. Grundsätzlich ist das System ein gutes Sicherheits-Tool, das aber auch teuer werden kann.

Nach dem Reifenwechsel: Auswuchten nicht vergessen!

Playmobilmännchen sitzt gebeugt im Rahmen eines Autoreifens

Ebenfalls wichtig ist das so genannte „Auswuchten“ bei einem Reifenwechsel. Egal wie gut die Felgen und Reifen sind, sie laufen in Einheit nicht perfekt rund. Also muss die Paarung auf einer speziellen Maschine gewuchtet werden. Bei Alufelgen kommen häufig die auf dem Bild gezeigten Klebegewichte zum Einsatz. Bei Stahlfelgen sind es Schlaggewichte, die auf dem Felgenkranz sitzen. Ein Zittern im Lenkrad ab ca. 80 km/h weist sehr häufig auf Unwucht in der Rad-Reifen-Kombination hin. Natürlich können auch andere Faktoren dieses unschöne Gefühl auslösen.

Radwechsel in Eigenregie? Hier kann’s knifflig werden

Automechanikerin Anna mit Wagenheber vor dem nexible-Auto nexiCar

Wer ein Auto besitzt, kann an sich frei entscheiden, was er damit macht. Im Fokus steht aber immer die Sicherheit und am Rande der Kostenfaktor. Bei modernen Autos mit RDKS kann – herstellerabhängig vom Fabrikat – schon das „Einlernen“ in das Betriebssystem nach dem Wechsel zu Problemen führen. Sind Schäden am System vorhanden, ist man oder frau völlig aufgeschmissen. Während bei unserem Besuchsfahrzeug, einem Golf 1 von 1981, der Wechsel problemlos in Eigenregie durchzuführen ist, können vier Räder am Volvo nexiCar schon große Fragezeichen aufwerfen. Während alte Stahlfelgen auf alten Autos recht unkompliziert* sind, sollten neue Alufelgen auf modernen Autos ganz penibel per Drehmoment angezogen werden. Außerdem sollte nach circa 50 Kilometern nachjustiert werden. Ob sich Aufwand, Einlagerung und Anschaffung eines guten Drehmoment-Schlüssels für den privaten Wechsel lohnen, obliegt dem*der Besitzer*in. Hauptsache dran, fest, gewuchtet – und für alle sicher.

Unsere Schrauberin

Kfz-Mechanikerin Anna und ihr Hund

Hi, ich bin Anna, wohne in Stuttgart und bin Kfz-Mechanikerin. Ja, Mechanikerin. So heißt die Werkstattausbildung, wenn man vor 2006 seine Gesellenprüfung abgelegt hat. Seit rund sieben Jahren biete ich Schrauberkurse für Frauen an. Seit elf Jahren arbeite ich als freie Journalistin. Und ab sofort erkläre ich hier im nexible-Blog Auto-Basics – und zwar so, dass sie jeder verstehen kann. Dabei geht es nicht darum, selbst am Auto zu schrauben, sondern darum, sich etwas besser zurecht zu finden. Also, los geht’s.

nexible* ist Experte für alles rund ums Auto, Digitales und vor allem Versicherungen. Das Ergebnis: eine digitale Kfz-Versicherung, die nicht nur unkompliziert ist, sondern auch mit monatlicher Kündigungsfrist um die Ecke kommt. Hier erfahren Sie mehr – und können sich auch direkt Ihren Beitrag berechnen lassen.

* Die nexible Kfz-Versicherung ist ein Produkt des Risikoträgers nexible Versicherung AG.
Foto-Credits: Ingolf Pompe & Anna Matuschek

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