Viel Geld für nichts – zumindest nichts Sichtbares. So kommt es einem manchmal vor, wenn man sein Auto funktionstüchtig zur Inspektion gebracht hat und im selben Zustand wieder abholt – nur mit ein paar hundert Euro weniger auf dem Konto. Dabei kann man sich eine Inspektion beim Auto wie den jährlichen Check beim Zahnarzt vorstellen: Kleine Probleme werden frühzeitig erkannt, um langfristig größere zu vermeiden – und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.

Playmobilmännchen auf Audi-Serviceheft mit Euroscheinen

Wann muss mein Auto zur Inspektion?

Die Inspektionsintervalle für Ihr Auto richten sich in der Regel nach dem Auslieferungsdatum des PKW. Je nach Fabrikat steht die Inspektion jährlich, zweijährlich oder nach Verschleiß an. Im Normalfall meldet sich das Fahrzeug bei seinem Besitzer über ein Display und / oder die Werkstatt gibt Bescheid.

Playmobilmännchen vor einer Flasche Motoröl

Warum reicht kein einfacher Ölwechsel?

Leider wird der Ölwechsel oft fälschlicherweise als vollwertiger Ersatz für eine Inspektion verstanden – daran ist auch die ein oder andere Werbung schuld. Hier ist Vorsicht geboten. Denn das preiswerte Angebot enthält häufig nur den Tausch des Öls, nicht den des Filters. Auch eine komplette Inspektion oder Durchsicht ist nicht im Preis enthalten.

Automechatroniker unter einem Auto auf der Hebebühne

Was wird bei einer Inspektion gemacht? 

Zuerst wird das Fahrzeug im Ganzen durchgecheckt. Von den Scheibenwischergummis über alle Fahrwerkskomponenten bis hin zum Auspuff. Zudem wird bei einer Inspektion auch der Fehlerspeicher, also der Bordcomputer, ausgelesen. So werden sporadisch auftretende Probleme, die beim Fahren gar nicht auffallen, erkannt. Den Umfang der Wartung gibt das Serviceheft vor. Manchmal handelt es sich nur um eine kleine Inspektion, bei der das Öl und der Filter sowie der Luftfilter getauscht werden. Bei größeren Inspektionen kommen weitere Filter hinzu. Bei Benziner-Motoren werden zusätzlich Zündkerzen und Kabel gewechselt. Auch der Austausch von Getriebeöl, Kühl- und Bremsflüssigkeit ist in regelmäßigen Zyklen vorgesehen.

Was kostet die Inspektion meines Autos?

Die Kosten für eine gängige Inspektion sind abhängig vom Modell und der Laufleistung. Jede solide Werkstatt kann vorab sagen, welche Kosten für eine Inspektion anfallen. Leider ist die Angst vor hohen nachträglichen Zusatzkosten gerechtfertigt: Denn der Grundpreis enthält natürlich nur den Aufwand und die Ersatzteile für den fixen Service-Umfang. Sind dann vielleicht noch die Bremsbeläge abgefahren, die Reifen verschlissen oder der Auspuff steht kurz vor dem Abfallen, stehen völlig andere Beträge auf der Rechnung.

Zwei Hände vor einem Auto die einen Kfz-Schlüssel weiterreichen

Wie kann ich bei einer Inspektion sparen?

Was kaputt ist, ist kaputt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wer aber Angst vor hohen Kosten hat oder schlichtweg nicht sehr viel Geld ausgeben kann, sollte sich und sein Auto bei der Abgabe „vorstellen“. Das kann zum Beispiel so aussehen: „Hallo, ich bin Martina Maier. Ich fahre gelegentlich zum Einkaufen und zwei Mal im Jahr meine Eltern besuchen. So in ein, zwei Jahren möchte ich mir ein anderes Auto zulegen. Meine Budgetgrenze liegt bei 500 Euro. Sollte der Umfang größer werden, kontaktieren Sie mich bitte, damit ich mir überlegen kann, ob mir das Auto die Inspektion noch wert ist.“

Servicemitarbeiter*innen können dann viel besser einschätzen, welche Dinge relevant sind. Die Preisgrenze sollte auf dem Werkstattauftrag unbedingt dokumentiert sein und der*die Kund*in sollte ein Duplikat erhalten. Bei klassischen Verschleißteilen kann auch die Herausgabe der Altteile gefordert werden. Ganz wichtig ist dabei aber, diesen Wunsch bereits bei der Inspektionsübergabe zu äußern. Später ist es für die Mitarbeiter*innen schwierig, die passenden Teile aus dem Schrottcontainer zu fischen.

Playmobilmännchen auf einer Bremsscheibe

Wirklich sparen kann man bei einer Inspektion mit der Bereitschaft, nach einer bestimmten Anzahl an Kilometern wieder zu kommen. Ein schönes Beispiel sind die Bremsbeläge: Viele Werkstätten werben nämlich mit einer sogenannten ganzjährigen Mobilitätsgarantie. Bedeutet: Wird für ein Auto bei der Inspektion festgestellt, dass die Bremsbeläge zwar noch in Ordnung sind aber kurz vor der Verschleißgrenze stehen – das heißt, sie halten noch rund 3.000 Kilometer – werden sie üblicherweise von der Werkstatt gewechselt. Eventuell wird das Auto aber nur 3.000 Kilometer im Jahr gefahren. Eine Information, die dem*der Mechatroniker*in fehlt. In einem solchen Fall können Kund*innen sagen: „Ich komme in 3.000 Kilometern wieder.“ Ob das dann in zwei Monaten oder in einem Jahr ist, spielt für die Werkstatt keine Rolle. Auch die klare Aussage, dass kein Scheibenreiniger gewünscht ist, kann Geld sparen. Es ist etwas Eigeninitiative gefragt, die zwar Überwindung kostet, sich aber lohnen kann. Dabei sollte man im Kopf behalten: Werkstätten versuchen in der Regel ihre Kund*innen gut zu bedienen und kommen mit klaren Ansagen besser zurecht als mit einer schlechten Bewertung im Nachhinein.

Playmobilmännchen in einer Kfz-Werkstatt auf der Werkbank

Kann ich selbst Ersatzteile zur Inspektion mitbringen?

Grundsätzlich ist das in Absprache mit der Werkstatt möglich. Allerdings kann das auch zu höheren Kosten führen. Zum Beispiel, wenn das mitgebrachte Teil nicht passt. Dann steht trotzdem der Aufwand für Ein- und Ausfahren sowie die Arbeitsleistung im Raum.

Zudem entfällt die Garantie auf das Ersatzteil von Seiten der Werkstatt. Geht das Ersatzteil kaputt, muss der Auftraggeber nachweisen, dass es sich um einen Montagefehler gehandelt hat, ansonsten ist die Werkstatt „raus“. Und einem Anbieter von günstigen Ersatzteilen aus dem Internet nachzuweisen, dass er ein fehlerhaftes Teil verkauft hat, wodurch dieser nun die kompletten Kosten tragen muss, wird in der Regel schwierig.

Checkliste: So bereiten Sie sich auf die nächste Inspektion vor

Die nächste Inspektion steht an? Diese Checkliste sorgt dafür, dass Sie bestens vorbereitet sind.

  • Inspektionstermin vereinbaren: Planen Sie bereits hier einen zeitlichen Puffer ein. Sollten größere Reparaturen anstehen, muss das Auto eventuell ein oder zwei Tage länger in der Werkstatt bleiben.
  • Hinterfragen Sie schon am Telefon den Preis für eine Standardinspektion.
  • Stellen Sie sicher, dass der Fahrzeugschein und das Scheckheft im Auto liegen.
  • Sollte Ihr Fahrzeug mit Felgenschlössern gesichert sein, legen Sie diese gut auffindbar ins Fahrzeug.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Auto leer ist. Wenn vor Ort der Kofferraum erst mühevoll ausgeräumt (und dann wieder eingeräumt) werden muss, um den Luftdruck des Ersatzrades zu prüfen, tickt die Uhr dennoch.
  • Überprüfen Sie die Gültigkeit des Erste-Hilfe-Kastens und das Vorhandensein von Warndreieck und Warnwesten (idealerweise so viele, wie sich Insass*innen im Fahrzeug befinden).
  • Lassen Sie sich bei der Inspektionsübergabe eine Auftragsbestätigung geben. Darin können auch Preislimits oder der Verzicht auf Scheibenwaschflüssigkeit dokumentiert werden.
  • Die meisten Werkstätten bieten eine sogenannte „Dialogannahme“ an. Dabei wird das Auto vor Ort auf einer Hebebühne im Beisein des*der Kund*in angeschaut. Auch wenn Mängel übersehen werden können – es handelt sich ja nur um einen kurzen Check – hat man hier die Möglichkeit, anstehende Arbeiten erklärt zu bekommen.
  • Achten Sie bei der Abholung darauf, dass der Service-Stempel im Inspektionsheft ist.

Sollten Sie hinterher dennoch mit der Arbeit der Werkstatt oder der Rechnung unzufrieden sein, wenden Sie sich an eine Kfz-Schiedsstelle. Diese klären den Sachverhalt, sind kostenlos und helfen dabei, eine Einigung zwischen Werkstatt und Kund*in zu finden.

Checkliste als Download

Checkliste für Ihre nächste Inspektion

Welche Punkte sollten Sie vor Ihrer nächsten Auto-Inspektion auf dem Schirm haben? Unsere Checkliste verrät’s Ihnen. Einfach hier runterladen und abspeichern.

Unsere Schrauberin

Kfz-Mechanikerin Anna und ihr Hund

Hi, ich bin Anna, wohne in Stuttgart und bin Kfz-Mechanikerin. Ja, Mechanikerin. So heißt die Werkstattausbildung, wenn man vor 2006 seine Gesellenprüfung abgelegt hat. Seit rund sieben Jahren biete ich Schrauberkurse für Frauen an. Seit elf Jahren arbeite ich als freie Journalistin. Und ab sofort erkläre ich hier im nexible-Blog Auto-Basics – und zwar so, dass sie jeder verstehen kann. Dabei geht es nicht darum, selbst am Auto zu schrauben, sondern darum, sich etwas besser zurecht zu finden. Also, los geht’s.

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Foto-Credits: Anna Matuschek

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