Knapp sieben Millionen Gebrauchtwagen werden in Deutschland jährlich weiterverkauft. Auch Sie überlegen, Ihr altes Auto zu verkaufen? Dann geben wir Ihnen Tipps, die bei einem erfolgreichen Verkauf helfen. Vom Kalkulieren des passenden Verkaufspreises bis zum Vertrag.

Autos werden immer zuverlässiger und das Durchschnittsalter der PKW, die auf unseren Straßen auf Achse sind, liegt inzwischen bei knapp zehn Jahren. Dennoch: Vor allem jüngere Fahrer*innen kaufen nach wenigen Jahren bereits ein neues Auto – und verkaufen das alte. Dabei kommen einige Fragen auf: Wie hole ich beim Verkaufen meines Autos den besten Preis raus? Verkaufe ich privat oder über einen Händler? Wie sieht’s mit dem Vertrag beim Autoverkauf aus? Fragen über Fragen – hier kommen die Antworten, die wir für Sie zusätzlich in einer Checkliste zum Abspeichern und Ausdrucken zusammengefasst haben.

Wertverlust: Was ist Ihr Auto beim Verkauf noch wert?

Grundsätzlich verliert ein Neuwagen direkt nach Erstzulassung und in den ersten Jahren bereits rapide an Wert. Im ersten Jahr sinkt der Wert grob um ein Viertel des Listenpreises, nach drei Jahren sind circa 50 Prozent Wertverlust normal. Danach schrumpft der Wert regelmäßig weiter. Das bedeutet, dass es sich in den ersten fünf Jahren kaum lohnt, das Auto zu verkaufen. Besonders schwierig wird es nach einem Unfall. Auch wenn die Versicherung bei einem fremdverschuldeten Unfall einspringt und oft eine Ausgleichszahlung für den Wertverlust leistet, ist ein Unfallauto nur noch schwer loszuwerden und mindert den Wert am stärksten. Sollten Sie zwischen Verkauf und Reparatur schwanken, hilft diese Daumenregel: Sind die Reparaturkosten höher als die Häfte des Restwerts, ist verkaufen eine gute Idee. Laut ADAC-Angaben nähern sich Restwert und Reparaturkosten außerdem nach zehn Jahren immer weiter an. Wer also dann noch viel Geld in den Wagen steckt, behält ihn am besten bis zum bitteren Ende.

Verkaufspreis bestimmen

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH hilft Ihnen beim Berechnen des Restwerts Ihres Autos (Hier geht’s zum Rechner). Schauen Sie sich auch Verkaufsangebote für vergleichbare Automodelle an, um einen Überblick zu bekommen und beauftragen Sie im Zweifel eine Sachverständige bzw. einen Fahrzeugbewerter, um das Auto zu einem realistischen Preis anzubieten.

Guter Zustand = erfolgreicher Auto-Verkauf

Die Basis für einen erfolgreichen Autoverkauf zu einem guten Preis ist, dass Ihr PKW in einem ordentlichen Zustand ist. Das heißt: Keine technischen Mängel, saubere Felgen, keine Kratzer, gut poliert. Dass Ihr Auto technisch top in Schuss ist, lassen Sie sich am besten von einer Autowerkstatt oder Prüfstelle bestätigen. Wenn Sie Schönheitsfehler ausbessern und das Auto herausputzen, macht Ihr Wagen auch auf Fotos eine gute Figur und Sie sind weniger angreifbar bei der Preisverhandlung – auch wenn die Optik nur geringen Einfluss auf den Restwert des Autos hat. Ganz anders als ein frischer TÜV: Die Hauptuntersuchung kann Ihnen bis zu 2000 Euro mehr einbringen. Auch neue Bremsen steigern den Wert. Kurz gesagt: Wenn Sie mit Ihrem Wagen regelmäßig bei der Inspektion waren, er technisch einwandfrei ist, optisch einen guten Eindruck macht und frisch aus dem TÜV kommt, haben Sie gute Karte beim Verkauf Ihres Gebrauchten.

Privat oder Händler? Hier können Sie Ihr Auto verkaufen

Jetzt stellt sie dich Frage: Wo und wie soll das Auto verkauft werden? Option eins: Über einen Händler oder eine Händlerin. Das geht in der Regel schneller und nimmt Ihnen Arbeit ab. Dafür verdienen Sie definitiv weniger am Verkauf – denn Händler oder Händlerin wollen natürlich mitverdienen. Wer den besten Preis rausholen will, organisiert den Verkauf besser privat. Dafür können Sie eine Anzeige in einer Automobilbörse aufgeben (zum Beispiel autoscout24.de), eine Kleinanzeige schalten (in der Lokalpresse oder auf ebay-Kleinanzeigen) oder in einem speziellen Anzeigenblatt inserieren. Bringen Sie außerdem einen Zettel direkt am Auto an, um Passant*innen und Nachbarschaft auf Ihr Auto aufmerksam zu machen.

Damit Ihre Anzeige möglichst viele Interessent*innen anspricht und nur wenige Rückfragen aufkommen, sollten Sie Ihr Auto so detailliert wie möglich beschreiben – inklusive aller Extras, auch serienmäßige. Seien Sie absolut ehrlich, wenn es um Schäden und Mängel geht und ergänzen Sie möglichst professionelle, hochqualitative Bilder, die das Auto von allen Seiten zeigen. Machen Sie auch Fotos von Schäden und achten Sie auf einen neutralen Hintergrund und gutes Licht, damit Ihr Angebot überzeugt.

Lächelnde Frau mit Sonnenbrille lehnt sich aus dem Autofenster und hält einen Autoschlüssel in den Händen.

Dubiose Interessenten: So erkennen Sie Betrüger*innen direkt

Ihre Anzeige ist veröffentlicht, erste Interessenten melden sich – und auch Betrüger*innen können dabei sein. Warnsignale, die Sie im Blick haben sollten: Interessenten, die ihren Sitz im Ausland haben, sollten Sie schon mal mit Vorsicht genießen. Auch ungewöhnlich hohe Angebote sind verdächtig und könnten Lockangebote sein. Der vom Interessenten vorgeschlagene Treffpunkt ist Ihnen suspekt? Auch das kann ein Hinweis auf Betrüger sein, die Sie manchmal auch dazu auffordern, über kostenpflichtige Sondernummern zurückzurufen. Hier landen Sie dann in endlosen, teuren Warteschleifen. Was Sie in jedem Fall vermeiden sollten: Übergeben Sie nie die Original-Fahrzeugpapiere bevor der Kauf abgeschlossen ist. Braucht ein potenzieller Käufer diese für ein Gutachten, reichen Kopien der Zulassungsbescheinigung 1 (Fahrzeugschein) vollkommen aus.

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Mit Gelassenheit und Unterstützung ins Verkaufsgespräch

Die Besichtigungstermine stehen an! Planen Sie genügend Zeit für alle Interessierten ein (zwischen ein und zwei Stunden pro Termin) und haben Sie alle Informationen und Dokumente von Zulassungsbescheinigungen über Serviceheft, Garantiebescheinigung bis zu Wartungsrechnungen und Reparaturquittungen griffbereit. Wichtig: Beantworten Sie Fragen offen und ehrlich, Transparenz ist beim Autokauf das A und O. Hilfreich ist es, wenn Sie beim Gespräch nicht allein sind. Eine zweite Person kann Ihnen Rückendeckung geben und bezeugen, was besprochen wird – gerade bei der Preisverhandlung. Wenn Sie mit einem realistischen Preis in den Verkauf gehen, sollten Sie sich nicht zu stark drücken lassen. Am besten überlegen Sie schon vorher, wo Ihre Schmerzgrenze liegt. Gerade Händler (die sich nicht immer als solche ausgeben), schlagen gern zu zweit auf und versuchen den Preis immens zu drücken, indem Sie auf vermeintliche Schäden und Mängel hinweisen. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Gespräch, wenn Sie sich unwohl fühlen – und bevor Sie sich zu vorschnellen Zusagen verleiten lassen.

Probefahrt anbieten – aber gut absichern

Natürlich sollte auch eine Probefahrt für den oder die neue Besitzer*in drin sein. Damit alles glatt läuft, sollten Sie vorab bei Ihrer Versicherung nachfragen, wie Probefahrten abgesichert sind. Als nexible Kundin können potenzielle Käufer, die älter als der jüngste eingetragene Fahrer sind problemlos und abgesichert auf Probefahrt gehen. Ist er hingegen jünger, sollte er bei uns eingetragen werden, da sonst im Schadenfall Probleme aufkommen und Regressansprüche gestellt werden können.

Lassen Sie sich grundsätzlich immer Führerschein und Personalausweis des Interessenten zeigen, halten Sie Personendaten fest und fahren Sie im besten Fall mit. Ist das nicht möglich, sollte zumindest ein Pfand hinterlegt werden. Auch eine schriftliche Vereinbarung zur Probefahrt liefert Schutz im Fall eines Unfalls. Ein Muster gibt es unter anderem auf der Webseite des ADAC. Da sich der ein oder andere Betrüger bei der Probefahrt mit dem Auto aus dem Staub machen könnte, sollten Zulassungsbescheinigung 1 und 2 (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) auf keinen Fall im Auto sein.

Tipp: Wenn Ihr Auto nicht mehr angemeldet ist, bekommen Sie bei Ihrer Zulassungsstelle ein Kurzzeitkennzeichen für Probefahrten.

Nahaufnahme - Auf dem Tisch liegt ein Autoschlüssel - Im Hintergrund sieht man die Hand einer Person ein Papier unterschreiben

Verkaufsabwicklung: Vertrag abschließen & Auto ummelden

Ein neuer Besitzer ist gefunden? Hervorragend! Dann kann es an die letzten Schritte Ihres Autoverkaufs gehen. Ohne Vertrag geht es natürlich nicht. In diesen gehört eine ordentliche Bestandsaufnahme des Autos mit allen Mängeln und Merkmalen. Als Privatverkäufer*in können Sie – anders als Händler – auch eine Sachmängelhaftung vertraglich ausschließen. Musterverträge gibt es unter anderem beim ADAC oder bei mobile.de.

Übergeben Sie das Auto erst, wenn der Kaufpreis komplett bezahlt wurde. Schecks oder Ratenzahlungen sollten Sie vermeiden. Übergeben Sie Schlüssel und Papiere und lassen Sie sich vom neuen Besitzer unterschreiben, dass er alle Unterlagen von Ihnen bekommen hat. Auch wichtig: Lassen Sie sich für den Kaufvertrag unbedingt den Personalausweis zeigen.

Wenn Sie das Auto angemeldet verkaufen und der neue Besitzer die Ummeldung selbst übernimmt, zahlen Sie weiterhin die Versicherungsprämie bis die Ummeldung abgeschlossen ist. Deswegen unser Tipp: Auto vorher selbst abmelden. Käufer oder Käuferin können sich dann ein Kurzzeitkennzeichen besorgen und damit den PKW abholen.

Checkliste jetzt runterladen

Die Auto-verkaufen-Checkliste

Wir führen Sie Step-by-Step durch Ihren privaten Autoverkauf. Checkliste hier runterladen, auf dem Smartphone speichern und los geht’s!

Kfz-Versicherung: Das passiert nach dem Verkauf 

Sobald das Auto verkauft ist, sollte nicht nur die Zulassungsstelle schnellstmöglich informiert werden, sondern auch Ihre Kfz-Versicherung. Auch wenn nach einem Auto-Verkauf die Versicherung gesetzlich auf den Käufer übergeht, kann es Ihnen gegenüber noch zu Haftungsansprüchen während der sogenannten Nachhaftung kommen – diese umfasst einen Zeitraum von einem Monat oder bis der neue Besitzer das Auto auf sich an- oder umgemeldet hat. In dieser Zeit können noch Papierkram oder Kosten auf Sie zukommen, zum Beispiel wenn der neue Besitzer nicht kontaktiert werden kann. Sorgen Sie also für eine zügige Ab- und Ummeldung und informieren Sie Ihre Versicherung über den Verkauf.

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* Die nexible Kfz-Autoversicherung ist ein Produkt des Risikoträgers nexible Versicherung AG
Quellen: adac.de, bussgeldkatalog.org, dat.de
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