Die Hauptuntersuchung, kurz: HU oder im Volksmund: TÜV, ist allen Autofahrer*innen bekannt. Bei einem Neufahrzeug steht die Untersuchung nach drei Jahren an, Gebrauchtwagen müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Bei Mietfahrzeugen oder Taxis wird ein Zyklus von einem Jahr vorgeschrieben.

Dabei ist der TÜV immer mit Anspannung verbunden: Alles was von dem*der Prüfer*in bemängelt wird, muss behoben werden. Und das kann Zeit und Geld kosten. Dennoch ist die technische Überwachung gut und richtig, um sicher unterwegs zu sein.

Der Unterschied zwischen Hauptuntersuchung (HU) und TÜV

Der Begriff „TÜV“ als Synonym für die Hauptuntersuchung hat sich etabliert wie „Tempo“ für Taschentuch. Dabei steht TÜV eigentlich für „Technischer Überwachungsverein“ und ist nicht die einzige Stelle, die die Hauptuntersuchung anbietet. Unter anderem führt auch der GTÜ, die Gesellschaft für technische Überwachung, die Hauptuntersuchung durch. Für Autohalter*innen ist es in der Regel egal, welche Anlaufstelle für die Hauptuntersuchung gewählt wird. Vor Ort werden dann Bremsen und Fahrwerksteile sowie alle sicherheitsrelevanten Dinge gecheckt.

playmobilmännchen vor TÜV-plakette am Auto

Ablesen der TÜV-Plakette: Wann muss mein Auto zur Hauptuntersuchung?

Jedes normal zugelassene Fahrzeug hat eine TÜV-Plakette, die auf dem Kennzeichen am Heck zu finden ist. Sie zeigt an, wann ein Auto das nächste Mal zur Hauptuntersuchung muss. Dabei wechseln jährlich die Farben. Das jeweilige Jahr steht in der Mitte der Plakette und der Monat auf 12-Uhr-Stellung.

playmobilmännchen am hinteren Auto-Kfz-Kennzeichen mit TÜV-Plakette

Oft kommt es zu Verwechslungen beim Ablesen, da die drei schwarzen Balken auf der TÜV-Plakette etwas verwirren. Diese erleichtern einem Polizeifahrzeug im laufenden Straßenverkehr zu kontrollieren, ob die TÜV-Prüfung noch aktuell ist.

playmobilmännchen liegt schlafend in decke an ein miniaturauto gelehnt

TÜV überziehen: So viel kostet ein verpennter Termin

Wenn von Werkstatt oder Prüfstelle keine Information kommt, dass der TÜV fällig ist, vergessen manche Pkw-Halter*innen den Termin. Das ist an sich kein Weltuntergang, sollte aber zeitnah nachgeholt werden. Folgende Kosten (Stand: Oktober 2021) fallen an, wenn der TÜV überzogen wird:

– Der TÜV ist seit mehr als 2 Monaten abgelaufen: 25 Euro

– Der TÜV ist seit mehr als 4 Monaten abgelaufen: 60 Euro und 1 Punkt

– Der TÜV ist seit mehr als 8 Monaten abgelaufen: 75 Euro und 1 Punkt

Zudem besteht die Gefahr, bei einem Unfall (teilweise) auf den Reparaturkosten sitzen zu bleiben. Werden im Gutachten zum Beispiel abgefahrene Reifen, die bei einer TÜV-Durchsicht aufgefallen wären, bemängelt, kann es teuer werden.

Durch den TÜV gefallen? Was jetzt zu tun ist

Die entspannteste Variante, um das eigene Auto neu durch den TÜV zu schicken, ist ein Besuch in der Werkstatt des Vertrauens. Diese checkt den Wagen schon vor der Hauptuntersuchung und kann so auch anstehende Mängel direkt beheben. Wer lieber selbst beim TÜV, der Dekra oder einer anderen Prüfstelle vorfahren möchte, kann das natürlich auch tun. Wer hier durchfällt, hat einen Monat Zeit, die Mängel zu beheben und erneut vorzufahren. Beim zweiten Anlauf wird zwar eine kleine Nachprüfgebühr fällig, dafür geht es flott, denn: Es werden ausschließlich die bekannten Mängel kontrolliert. Zur Nachprüfung sollte man immer denselben Anbieter wählen – also entweder den TÜV, die Dekra oder die jeweilige Prüfstelle. Sonst können erhöhte Kosten oder sogar eine komplett neue Hauptuntersuchung fällig werden. Übrigens, Prüfstellen können die Nutzung des Pkw sogar komplett untersagen, sollten enorme Mängel auffallen.

Verwechslungsgefahr: Der TÜV ist keine Inspektion

Bei einer TÜV-Abnahme wird lediglich der momentane Sicherheitszustand des Fahrzeuges überprüft. Diese Einschätzung ersetzt jedoch keine Inspektion und trifft auch keine Aussagen zum künftigen Zustand des Autos. Es ist nicht die Aufgabe der TÜV-Prüfer*innen, Verschleißteile auf Langlebigkeit zu testen und Kund*innen dies mitzuteilen. Auch wenn viele Prüfer*innen so freundlich sind, auf einen eventuell baldigen Defekt hinzuweisen – zum Beispiel auf einen rostigen Auspuff – ist dies kein Standard.

Ihr Auto muss zur Inspektion?

Mit Annas Tipps sind Sie bestens vorbereitet und sparen sogar Geld. Hier geht’s zum Artikel.

playmobilmännchen neben Erste Hilfe Kasten im Auto

Checkliste: Tipps zur Vorbereitung auf die TÜV-Vorführung

  • Achten Sie auf ein gepflegtes Erscheinungsbild des Autos – außen und innen.
  • Den Fahrzeugschein nicht vergessen! Sollte das Fahrzeug Anbauteile haben, die nicht eingetragen sind (zum Beispiel Felgen), muss auch eine passende Betriebserlaubnis (ABE) mitgeführt werden.
  • Überprüfen Sie das Haltbarkeitsdatum des Erste-Hilfe-Kastens und stellen Sie sicher, dass Warndreieck und Warnwesten im Auto sind. Ab 2022 gehören übrigens auch zwei Gesichtsmasken mit in den Erste-Hilfe-Kasten.
  • Im Rahmen der TÜV-Abnahme wird auch eine Abgasuntersuchung durchgeführt. Dafür ist es sinnvoll, den Wagen betriebswarm vorzuführen. Das verkürzt die Wartezeit vor Ort.
  • Überprüfen Sie mit Hilfe einer zweiten Person die komplette Lichtanlage, Scheibenwischer und Hupe.
  • Befüllen Sie die Wischwaschanlage mit Reinigungsflüssigkeit.

Unsere Schrauberin

Kfz-Mechanikerin Anna und ihr Hund

Hi, ich bin Anna, wohne in Stuttgart und bin Kfz-Mechanikerin. Ja, Mechanikerin. So heißt die Werkstattausbildung, wenn man vor 2006 seine Gesellenprüfung abgelegt hat. Seit rund sieben Jahren biete ich Schrauberkurse für Frauen an. Seit elf Jahren arbeite ich als freie Journalistin. Und ab sofort erkläre ich hier im nexible-Blog Auto-Basics – und zwar so, dass sie jeder verstehen kann. Dabei geht es nicht darum, selbst am Auto zu schrauben, sondern darum, sich etwas besser zurecht zu finden. Also, los geht’s.

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Foto-Credits: Anna Matuschek

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