Urlaub mit dem Hund: Welche Herausforderungen gibt es? Was ist bei den Reisevorbereitungen wichtig? Und welches Reiseziel – von Deutschland über die Nordsee bis Polen – ist ein echtes Hundeparadies? Anja von Travel On Toast hat die Antworten, verrät ihre Geheimtipps und erzählt im Interview, was sie auf Reisen mit ihrem Hund Buddy gelernt hat. Los geht’s!

Anja, wenn ich mit meinem Hund in den Urlaub fahren will: worauf sollte ich bei der Wahl des Reiseziels achten?

Ich schaue immer, dass die Urlaubsorte hundefreundlich sind, die Anreise nicht zu weit ist und die Temperaturen gemäßigt sind. Denn Buddy kommt mit großer Hitze nicht gut klar, er macht dann ziemlich schnell schlapp.

Und dabei reist ihr am liebsten mit dem Auto?

Ja, genau. Buddy ist im Juni 2018 zu meinem Freund Carsten und mir gekommen, damals war er acht Monate alt. Seitdem verreisen wir zu dritt. Buddy ist ein Magyar Vizsla, das ist ein ungarischer Jagdhund. Mit 27 Kilo könnte er im Flugzeug nur im Frachtraum mitreisen, das möchten wir ihm nicht zumuten. Für Bahn oder Fernbus ist er viel zu hibbelig. Also sind wir im Auto in Deutschland und Europa unterwegs. Wir waren bisher am häufigsten am Meer, aber auch schon in den Bergen oder in Städten.

Apropos Meer: Welche Reiseziele am Wasser empfiehlst du für den Urlaub mit Hund?

Zu dritt waren wir schon oft in Kołobrzeg (Kolberg) an der polnischen Ostsee. Denn die Einheimischen sind sehr hundefreundlich, es gibt zwei Hundestrände, viele Wälder und Wiesen, außerdem darf Buddy mit in Cafés und Restaurants. Ein weiterer Pluspunkt: Der Urlaub ist relativ günstig, das schont unsere Reisekasse. Mein Tipp ist, in der Nebensaison hinzufahren. Im Frühling und Herbst ist es leerer, auch an den Hundestränden.

Klingt gut! Gibt es auch einen Reisetipp Richtung Nordsee?

Ja, Terschelling hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das ist Hollands zweitgrößte Insel. Auf der Fähre dürfen Hunde kostenlos mitfahren. Hier gibt es 30 Kilometer Nordseestrände und tolle Strandrestaurants. Am Strand und im Wald dürfen Hunde frei laufen.

Und welche Reiseziele sind deine persönlichen Geheimtipps für Hundebesitzer*innen?

Im Herbst 2020 haben wir Urlaub mit Hund auf der deutsch-polnischen Ostseeinsel Usedom gemacht. Das war super! Denn es gibt Hundestrände, ein grünes Hinterland und viele Sonnenstunden. Außerdem waren wir im Sommer 2020 in der Eifel, dorthin ist es von uns in Mönchengladbach, das ist in NRW, aus nicht weit. In der Nähe des Rursees hatten wir eine ebenerdige Ferienwohnung mit Terrasse. Von hier aus haben wir einen Hundestrand besucht, ein Geisterdorf und eine Burg, außerdem waren wir lecker essen in Bauerncafés. Anreise und Aufenthalt waren sehr entspannt, richtig schön! In diesem Sommer waren wir ebenfalls im Westerwald, das ist vermutlich ein echter Geheimtipp für den Hundeurlaub. Wir haben dort eine befreundete Bloggerin mit ihrem Hund besucht. Die beiden Vierbeiner verstanden sich gut und haben miteinander getobt. Wir haben erst eine kleine Wanderung durch den Wald unternommen und danach einen See besucht. Auch ein Freilichtmuseum und eine Restaurantterrasse standen auf dem Programm.

Ausschilderung eines Hundestands auf Polnisch
Austoben erlaubt: Urlaub am Hundestrand

Gibt es aus deiner Sicht Orte, die besonders hundefreundlich sind?

Wir haben Polen als sehr hundefreundlich erlebt. Aber auch in der Eifel, in den Niederlanden oder in Südtirol waren etliche Vierbeiner unterwegs. Ein großer Hund stieg in Italien wie ganz selbstverständlich in einen Sessellift ein – er hat es vermutlich schon als Welpe zum ersten Mal erlebt.

Auf einen Blick: Anjas Lieblings-Reiseziele

  • Kołobrzeg (Kolberg) an der polnischen Ostsee
  • Terschelling in Holland
  • Ostseeinsel Usedom
  • Eifel
  • Westerwald

Auf Anjas Blog findest du eine Sammlung weiterer Urlaubsziele, die sich perfekt für deine Tour mit Hund eignen.

Worauf sollte man bei der Unterkunft achten? Hotel, Ferienhaus, Camping – was klappt mit Hund am besten?

Mit Buddy haben wir schon in etlichen hundefreundlichen Ferienwohnungen und Hotels übernachtet. Außerdem war ich in Frankreich auf einigen Campingplätzen, wo Hunde erlaubt sind. Wir sind besonders gerne in Ferienwohnungen, wo wir viel Platz haben, das Essen selbst zubereiten und in Ruhe essen können. Am liebsten im Erdgeschoss, damit Buddy (falls es keinen Aufzug gibt) nicht Treppen steigen muss. Toll ist eine Terrasse oder ein eingezäunter Garten. Außerdem ist es schön, wenn Hundestrand, Wald oder Hundewiese in Laufweite sind.

Auch bei Hotels sollte man vorher unbedingt abklären, ob der Hund willkommen ist. Manchmal sind bestimmte Rassen nicht erlaubt, die Vierbeiner dürfen nicht mit in den Speisesaal oder allein auf dem Zimmer bleiben.

Gut zu wissen

Für die meisten Ferienwohnungen und Hotels muss für den Hund ein Aufschlag gezahlt werden.

Der Urlaubsort ist ausgesucht. Welche hundespezifischen Verbote und Regeln sollte man vor der Abreise immer checken?

In EU-Ländern ist der EU-Heimtierausweis vorgeschrieben, den Tierärzte ausstellen. Der Hund muss gechipt beziehungsweise tätowiert und die Nummer in den Ausweis eingetragen sein. Auch muss er vor mindestens 21 Tagen gegen Tollwut geimpft worden sein, damit er einen wirksamen Impfschutz hat. In manche Länder dürfen bestimmte Hunderassen nicht einreisen. Auch sollte man immer schauen, ob zum Beispiel eine Bandwurmbehandlung oder ein Gesundheitszeugnis verlangt werden. Bei der Rückreise aus Nicht-EU-Ländern gibt es teilweise besondere Vorschriften. Vorab recherchiere ich, ob es Krankheiten vor Ort gibt, die für unseren Hund gefährlich werden könnten. So etwa die sogenannten Mittelmeerkrankheiten, die in Spanien, Portugal oder Griechenland vorkommen.  Auch gucke ich nach der Leinen- und Maulkorbpflicht.

Wie und wo recherchiert man am besten?

Ich informiere mich vor allem online, schaue etwa beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, dem Auswärtigen Amt, der Botschaft oder dem Tourismusamt des Landes nach. Bei Gesundheitsfragen hilft unser Tierarzt.

Und welche hundespezifischen Unterlagen müssen im Urlaub immer mit dabei sein?

Wir packen immer den EU-Heimtierausweis ein, außerdem Belege der Tierhalterhaftpflichtversicherung und der Tierkrankenversicherung. Letztere deckt eventuelle OP-Kosten ab, auch im Ausland.

Strandtuch auf dem Heimtierausweis, Reisepass und Strohhut liegen
Auf Reisen mit Hund immer mit dabei: Der Heimtierausweis

Ein großer Teil der Urlaubsvorbereitungen ist das Packen. Hat dein Hund auf Reisen einen eigenen Koffer? Was muss drin sein?

Für Buddy packen wir meist mehr ein als für mich. In seine Reisetasche kommen unter anderem seine Näpfe, Spielzeug und Leckerlis. Mit dabei haben wir zudem sein Hundebett und eine Kühlmatte, falls es besonders warm wird. Außerdem seinen Regenmantel und im Winter einen warmen Hundemantel, denn er hat am Bauch kaum Fell und friert leicht. Am Halsband trägt er eine Hundemarke, in die meine Handynummer mit internationaler Vorwahl eingraviert ist. Außerdem ist er bei Tasso registriert, Europas größtem Haustierregister. Auf meinem Blog habe ich auch eine Packliste für den Urlaub mit Hund zusammengestellt.

Ihr verreist mit Buddy vor allem im Auto. Was muss ich hierbei in Punkto Sicherheit beachten?

Hunde müssen bei der Fahrt immer so gesichert sein, dass sie weder sich noch die anderen Insassen gefährden. Das kann man mit einer Transportbox, einem Trenngitter oder -netz sowie einem Hundesicherheitsgurt erreichen. Als am sichersten gilt eine Box, die etwa im Kofferraum oder im Fußraum des Rücksitzes untergebracht wird.

Wie gestaltet ihr die Autofahrt hundefreundlich?

Ganz wichtig ist uns im Sommer, dass die Klimaanlage funktioniert. Denn sonst ist die Fahrt für unseren Großen wegen der Zugluft nicht angenehm. Glücklicherweise wird Buddy bei der Autofahrt nicht übel. Er findet sie nur ziemlich langweilig und verschläft die meiste Zeit. Vor der Autoreise machen wir eine große Gassirunde. Unterwegs gibt es alle drei bis vier Stunden rund 30 bis 45 Minuten Pause. Dann bekommt Buddy Auslauf, trinkt etwas und frisst manchmal ein paar Happen. Dazu fahren wir am liebsten von der Autobahn herunter, machen einen kurzen Abstecher ins Grüne. Den Wagen parken wir im Schatten, damit er nicht aufheizt.

Hellbrauner Hund sitzt am Wegesrand, umgeben von grüner Natur
Urlaubsprofi auf vier Pfoten: Unterwegs mit Hund Buddy

Urlaub mit dem Hund versus Urlaub ohne Hund – was sind die größten Unterschiede? Was ist an der Reise mit Hund besonders schön?

Ich liebe es, mit Carsten und Buddy zu verreisen. Denn mit den beiden verbringe ich am allerliebsten meine Zeit. Es ist so schön, gemeinsam lange Spaziergänge zu unternehmen, Abenteuer zu erleben und zu entspannen. Dank Buddy haben wir viel mehr von NRW, Deutschland und unseren Nachbarländern kennengelernt. Unsere Reisen sind jetzt deutlich entschleunigter und wir sind mehr in der Natur unterwegs. Einige Reisen mache ich jedoch allein, um darüber auf meinem Reiseblog und Social Media zu berichten. Etwa wenn es am Reiseziel zu heiß für Buddy ist oder ich nur mit dem Flieger hinkomme. Dann vermisse ich ihn jedoch schnell.

Gibt es denn auch schöne Aktivitäten, die man mit dem Hund auf Reisen machen kann?

Buddy liebt das Wasser und springt am liebsten hinein. Dafür sind Flüsse oder Seen mit Süßwasser viel besser geeignet als das Meer. Auch sind viele Ausflugsziele hundetauglich. Hier in NRW waren das bisher etwa das Geisterdorf und die Burg in der Eifel sowie Mammutbäume und ein Römerdorf am Niederrhein.

Welche Reiseanekdoten hast du deinem Hund Buddy zu verdanken?

Buddy ist sehr kontaktfreudig und freundlich. So lernen wir schnell andere bei Gassirunden oder im Restaurant kennen. In Südtirol liefen wir etwa um einen See, da konnten wir gar nicht zählen, wie oft er „schöner Hund“ genannt wurde. In Kolberg werden wir oft zur Attraktion in Lokalen, da stehen dann schon mal einige Eltern mit ihren Kindern auf dem Arm, um ihnen unseren Hund zu zeigen.

Selfie einer jungen Frau vor dem Meer bei Wind
Anja von Travel On Toast

Danke für das tolle Interview, liebe Anja! Wer Lust auf noch mehr Urlaubstipps und Inspiration hat, schaut am besten direkt bei Anja vorbei – auf ihrem Blog, Pinterest, Instagram, Facebook oder auch auf YouTube

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Foto-Credits: Anja Beckmann